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In wissenschaftlichen Arbeiten ist die Abgrenzung bisher sehr ungenau.

Auf Grund der lateinischen Wurzel sind zwei Deutungen möglich “ex movere” kann als nach außen tretendes Phänomen betrachtet werden, sprich der körperliche Ausdruck der Emotion als Handlung, oder Selbiges als Wahrnehmung.
Ein Nachweis, welche Variante Sinn macht kann aus meiner Sicht wissenschaftlich nicht begründet werden, bleibt als dem definierenden vorbehalten. Der Duden definiert Emotion mit Gefühlslage. Gefühle als (durch Nerven vermittelte) Empfindungen: Wenn nun Emotion separat zu sehen ist, dann kann es weder Gefühl noch Empfindung sein oder allenfalls Schnittmengen haben.

 Hier ein Beispiel für die von mir genutzte Variante:
www.wende-punkte.at/2016/06/27/ich-du-wir-gef%C3%BChle-unterschied-emotionen-gef%C3%BChle/#:~:text=Ein%20Gef%C3%BChl%20bedeutet%20das%20Bewusstwerden,die%20Reaktionen%20des%20K%C3%B6rpers%20verarbeitet.

Oder hier mit dem Eisberg-Modell, auch ganz gut beschrieben:

www.gefuehlsmanufaktur.de/was-ist-der-unterschied-zwischen-emotionen-und-gefuehlen/

Hier eine Erläuterung nach Damasio:
arbeitsblaetter-news.stangl-taller.at/unterschied-zwischen-emotion-und-gefuehl/

Eine Zwischenvariante findet sich hier: Der Autor sieht Emotionen als Bewegung, und Gefühle als “selbstgemacht”, schreibt aber nicht welches Selbst das ist. Zum Schluss kommt er zu der Aussage, dass 99.9% Emotion ist … und er lädt zur Selbstreflektion ein, was definitiv sinnvoll ist.

 

In Wikipedia wird als Wahrnehmung bezeichnet, beinhaltet im weiteren allerdings viele Beschreibungen denen ich zustimmen

de.wikipedia.org/wiki/Emotion

in der Ärzteschaft wird das folgende Modell präferiert (Psychologie der Emotionen kommt in der Ausbildung allerdings auch nicht vor):

www.jameda.de/gesundheit/psyche-nerven/unterschied-zwischen-gefuehl-und-emotion/

, also Emotionen als Produkte des Fühlens.

Das Problem in allem: Die Emotion wird aus der nachträglichen Erfahrung auf gedanklicher Ebene interpretiert, und nicht aus dem Erleben auf Ebene des emotionalen Bewusstseins. Ganz anders ist die Perspektive, wenn jemand an einem unserer Seminare teilgenommen hat, dann erkennt er die Emotion als Ursprung einer menschlichen Aktivität und das Körperfeedback (Gefühl) als nachrangiges Ereignis.

Irritation: Schmerz löst ein Gefühl aus?

Stimmt, aber wie ist der Weg hin zum Gefühl, also der individuellen Wahrnehmung in dem weitestgehend nicht durchdrungenen Feld des Schmerzes? (Nach klassischem wissenschaftlichen Prozedere gibt es solange keinen Schmerz, solange er nicht quantifizierbar messbar ist)
Die Schmerzrezeptoren leiten den Schmerz zunächst durch das Reptiliengehirn, und weiter, wenn “Schlange” sich als falsch erweist. Danach geht es in das Limbische System und sucht in der Amygdala eine Standerd-Reaktion, die augenblicklich ausgeführt wird (Reflex im Sinne von gelerntem Verhalten, nicht aus dem repto) also Stacheldraht – stopp – zurück. Der Schmerz ist aber noch gar nicht angekommen, der braucht etwa 500 ms länger, bis wir ihn wahrnehmen, unter Stress wird er wegen Mangeldurchblutung des Neokortex völlig ausgeblendet und kommt erst zum Vorschein, wenn wir wieder zur Ruhe kommen und Aua schreien.

Ich hoffe das hilft ein bisschen um die Entscheidung für das Modell Erst “Emotion” dann “Gefühl” nachzuvollziehen und damit auch die Definitionen aus der Logik heraus. Aber Wissenschaft ist ein Streitfeld.